Worüber man SPRICHT!
Als Mustereltern ist man natürlich immer bemüht, seine Kinder zu fördern und ihnen neue Sachen beizubringen. Irgendwann wollen sie dann auch computern und die selben tollen Klicki-Sachen machen wie die Großen. Spätestens wenn sie selbständig auf die ersten Pornoseiten gehyperlinkt werden und den Egoshooter starten, stellt man sich die Frage, ob das für Vierjährige gut ist. Zwei Alternativen standen kürzlich im ct`
In Heft 23, Seite 214 stellt Bernd Butscheidt zwei kindgerechte Umgebungen vor – speziell für Kinder konzipierte Betreibssysteme, mit entsprechender Software. Als Linux Live-CD bot es sich an das einfach auszuprobieren.
Das erste war Juxlala. Was auf den ersten Blick ganz nett erschien aber nach ca. 2 Minuten sowohl mir als auch den Kindern (2 und 4 jahre) nicht überzeugte. Riesige, lieblos gepixelte Pinguine als Monster-Icons machen keinen Spass und diese Ästhetik scheint auch niemanden mehr aufzuregen, der nicht gerade von einem C64 umsteigt. Die angebotene Software ist Kinderstandard, schien mir gut – bei den Kindern ist es aber durchgefallen. Die Knoppix-Live CD ging ohne Ton, allerdings auf einem Notebook.
Die zweite vorgestellte Software war LernTux. Ein umfangreiches Mandriva Linux Paket, das auch problemlos auf dem Notebook ging mit Ton und Netzanbindung. Die Kinder fanden es auch schon besser, dass es einer “echten” Arbeitsumgebung ähnlich schaute. Normale Icons und rieseig viel Software. Wie auch im Artikel beschrieben ist es eher für größere Kinder gedacht, was aber weiter nicht störte, da die Lernspiele genauso durchgefallen sind, wie bei Juxlala. Nach einer Weile sagten sie, dass wir nun doch bitte lieber ein Autospiel spielen sollen.
Mein Fazit ist, dass Kinder lieber in der Schule lernen wollen. E-Learning bringt bei den Kleinen rein gar nichts (hiermit möchte ich unserem E-learning Spezialisten den Fehdehandschuh hinwerfen), der persönliche Kontakt ist nicht zu ersetzen. Ein Pixel-Bärchen dass Buchstaben vorsagt ist fad, einzig das Tuxpaint konnte bei der 2-Jährigen überzeugen – mich auch, es erinnerte mich nämlich an das DPaint das ich am Amiga 1987 hatte.
Mein zweites Fazit ist aber überaschender. In der ganzen Diskussion darüber, ob man von Windows auf MacOS umsteigen sollte/könnte geht unter, dass es wirklich gute Alternativen gibt. Schon lange habe ich keine Linuxversion getestet, aber das Mandriva Paket konnte echt überzeugen. Da darauf alle arbeitsrelevnten Programme laufen sollten, werden wir es sicher mal in Arbeitsumgebung testen. Zum Kinder unterhalten nehme ich jetzt guten Gewissens ein Autospiel und zum Lernen gebe ich ihnen ein Buch.
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3 Responses to Wenn Kinder computern – LernTux – Juxlala
Haru
November 14th, 2007 at 16:24
Jawolll! Das sehe ich genau so … Von den beiden CDs bin ich absolut nicht überzeugt.
Dazu möchte ich zwei Punkte anführen:
. Da die gängigen OSs ein recht hohes Maß an Usability aufweisen, ist dies kaum zu überbieten. Fazit 1: Wenn Kinder an Computern/OS arbeiten/lernen/spielen, dann bitte an echten.
- Längst ein alter Hut und ebenso oft evaluiert: Kinder wollen gerne “richtige” Sachen. 3-jährige treffen micro-icons mit der Mouse besser als meine Mama
- eLearning … OK … ABER: meine Frage des Jahres ist: WAS hast du jemals in deinem Leben mit einem Lernprogramm gelernt … und du kannst es wirklich brauchen. … da schaut selten viel raus. Fazit2: Wenn Elearning, dann mit gut durchtachten Systemen … Lernprogramme für Kinder machen nur Sinn, wenn sie in einem guten realen System (direkte Elternbetreuung, im klassischen Unterricht) eingebettet sind.
… Computer sind sehr gut dazu geeignet “irgendwas” zu lernen. Unseren Kindern sollten wir aber erstmal eine soziale Bildung und Allgemeinbildung zukommen lassen … und der der ideale Ort dafür sind eben doch wieder Familie, Freunde, Kindergarten und Schule.
Bixer
November 14th, 2007 at 16:53
Ich fand immer das es echt super war Programme und Abläufe am Computer selber zu erforschen. Quasi Glücksgefühl wenn man was ohne Anleitung geschafft hat. Das gilt auch für die Kinder, die wollen selber was erforschen – klicken und schauen was passiert – Learning By Doing. Nicht ein Klickibunti-Enti das dir sagt was du für ein Trottel bist. Ich glaub auch, dass ohne soziale Systeme und Betreuung, dass vollkommen ins Leere geht.
Bixer
November 16th, 2007 at 15:20
Noch ein Artikel der wegen zwar schon einen langen Bart hat und deshalb ganz witzig ist, aber andererseits auch ein paar Fakten bringt, die wahrschienlich allgemeingültihg sind.
Kinder und Computer – eine verhängnisvolle Affäre?